Was bedeutet Familienmediation? Was bedeutet Paarmediation?
Im Allgemeinen wird Familienmediation mit den Themen Scheidung und Trennung, Finanzen und Kindeswohl oder Regeln für den Kindesumgang verbunden. Hier geht es um Beratung und Mediation im klassischen Sinne. In erster Linie besteht Familienmediation also aus Paarmediation.
Im Kontext einer Paarmediation kann auch, wenn gewünscht, eine Trennungsberatung erfolgen.
Inzwischen hat sich die Mediation allerdings als ein schonendes und effektives Werkzeug zur Streitbeilegung vieler persönlicher Konfliktthemen im privaten Umfeld von Familien bewährt.
Weitere Themen in der Familienmediation
Zum Beispiel Erbschaftsauseinandersetzungen, in deren Kontext oft alte, ungeklärte Emotionen aus der Kindheit eine konstruktive Lösung für alle verhindern.
Nicht selten sind Onkel, Tanten oder andere Verwandte betroffen. Es haben sich „Allianzen“ gebildet mit oft jahrelang praktizierten innerfamiliären Dynamiken. Hier ist es zunächst wichtig, in Vorgesprächen zu klären, welche Beteiligten eine Rolle spielen. Und dann ist ein großer Schritt getan, wenn alle Beteiligten an den Mediationstisch kommen.
In Patchworkfamilien hat sich gezeigt, dass Familien mit Unterstützung eines neutralen Mediators einfacher zusammenwachsen können. Hier sind Themen wie Besuchsrechte, Wohnsituation oder finanzielle Verpflichtungen Auslöser für Spannungen in der „neuen Familie“.
Anlass für Konflikte unter erwachsenen Geschwistern kann das Thema „Pflege der Eltern“ sein – etwa eine Demenzerkrankung, eine gerecht aufgeteilte Betreuung durch die Kinder oder die Kosten für private Pflege oder die Unterbringung in einem Heim. Eine Win-win-Lösung ist hier die beste Vorbereitung dafür, dass Geschwister auch nach dem Ableben eines Elternteils Themen wie Erbe oder Trauer konstruktiv gemeinsam durchleben können.
Nachbarschaftsstreitigkeiten gehören nicht direkt in den Kontext der Familienmediation. Hier ist der größte Schritt schon damit getan, wenn beide Parteien zu einer Mediation bereit sind.